Vor der Primarschule besuchte «Lesane» einen Vorschulunterricht mit religiösem Hintergrund. Mit sieben Jahren wurde er eingeschult. Von der 1. bis zur 4. Klasse umfasste der Unterricht die Landessprache, eine Fremdsprache, Mathematik und ein Fach zu Religion und Kultur. Ab der fünften Klasse wurden gestaffelt Geographie und Geschichte sowie Naturwissenschaften eingeführt. Bei den Sprachen und in der Mathematik zählte «Lesane» zu den besten Schüler:innen seines Jahrgangs. Er bezeichnet es als Glück, in der spezifischen Region seines Herkunftsland aufgewachsen zu sein. Er habe später Landsleute kennengelernt, die eine sehr viel schlechtere Grundbildung erhalten hatten.
Kurz nach Beginn der Oberstufe (9. Klasse) floh «Lesane» aus seinem Herkunftsland. Seine Flucht dauerte rund acht Monate und führte ihn durch verschiedene Transitländer. Während dieser Zeit arbeitete er zum ersten Mal und gewann gemäss eigener Aussage an mentaler Stärke. Nach seiner Einreise in die Schweiz verbrachte «Lesane» einige Wochen in einer Kollektivunterkunft des Bundes. Dort besuchte er während einigen Stunden pro Woche einen Sprachkurs.
Nach einem rund einmonatigen Spitalaufenthalt lebte er als nun 16-jähriger unbegleiteter Minderjähriger in einer kantonalen Unterkunft. Nach weiteren zwei Monaten konnte er erstmals ein Bildungsangebot besuchen. Dort wurden ihm und anderen Minderjährigen auf spielerische Weise eine Schweizer Landessprache nähergebracht. Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 wurde er in eine Aufnahmeklasse eingeschult. Dort erhielt er, mit anderen fremdsprachigen Jugendlichen, vor allem in einer Landessprache, aber auch in Mathematik, Geografie und Sport Unterricht. Im Herbst 2016 wurde er als Flüchtling anerkannt und bekam eine Aufenthaltsbewilligung B.
Nach einem Jahr wurde «Lesane» einer integrationsorientierten, weiterführenden Klasse zugeteilt. Bei dieser Zuteilung spielten die erworbenen Sprachkenntnisse, die Einschätzung der Lehrpersonen, aber auch der Wunsch der Teilnehmenden eine Rolle. «Lesane» konnte begleitend zum Unterricht dieses Brückenangebots in gewissen Fächern bereits am Unterricht mit Schüler:innen einer Regelklasse auf Sekundarstufe I teilnehmen. So besuchte er Mathematik mit einer 1. Sekundarklasse und Englisch mit einer 2. Sekundarklasse. Diese schrittweise Inklusion motivierte «Lesane» gemäss eigener Aussage zusätzlich. Sowohl schulisch, als auch sozial habe er davon profitiert, zumal er auch andere Leute kennengelernt habe.
Nach einem weiteren einjährigen Zyklus konnte der mittlerweile volljährige «Lesane» im Jahr 2018 in eine erste Klasse der Sekundarschule einsteigen. Zu Beginn sei es ungewohnt gewesen, mit Schüler:innen zur Schule zu gehen, die einiges jünger sind. Die Lebenserfahrung und die Reife seien nun mal nicht dieselbe. Dieses Gefühl habe sich jedoch schnell gelegt, als er erste Freundschaften geschlossen habe. In Bezug auf seine Wohnsituation lebte «Lesane» bis im Frühjahr 2019 in der ursprünglichen Kollektivunterkunft des Kantons. Danach konnte er in eine Wohngemeinschaft umziehen und wohnt mittlerweile alleine. Im Jahr 2021 schliesst «Lesane» die Sekundarschule ab.
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Quellen: Gespräch